Richter & Brook Kriminalroman “Tote zahlen nicht” erschienen bei Pandion in Simmern/Hunsrück Kriminalhauptkommissarin Carola Wald-Svendsen und ihr Assistent, Kriminalhauptmeister Thomas Siebenkötter, verzehrten in   Eile eine Pizza im Nebenraum des italienischen Restaurants und trugen dabei die Ergebnisse ihrer Befragungen zusammen. Nach   Olga Gausmann hatten sie auch die anderen Anwesenden vernommen. Daraus ergab sich folgendes Bild, das im Wesentlichen die   Ausführungen bestätigte, die Olga Gausmann bereits am Vortag gemacht hatte: Sergej Gausmann war am Sonntag gegen 17.30   Uhr von zwei Männern mit Sonnenbrillen und schwarzen Anzügen abgeholt worden. Die beiden hatten sich als Angestellte der   abusistanischen Botschaft in Berlin ausgegeben und waren mit einem schwarzen Mercedes vors Haus gefahren. Die Familie   Gausmann stammte ebenfalls aus Abusistan. Sergej Gausmann war für den Abend noch mit einem Geschäftspartner verabredet.   Daher hatte sich seine Frau zunächst keine Sorgen gemacht, als er nachts nicht nach Hause kam. Zudem hatten die beiden Männer   gemeint, es werde sicherlich spät. Erst am nächsten Tag war sie zur Polizei nach Simmern gefahren, um eine Vermisstenanzeige   aufzugeben.   Die Kommissarin hatte allen Befragten ein Foto des unbekannten Selbstmörders vom Kirchberger Friedhof vorgelegt. Keiner wollte   diesen gekannt haben, was Wald-Svendsen bei zumindest einer Person fraglich schien: Der Sohrener Schwager des Vermissten hatte   seine ansonsten reglose Miene einen kurzen Moment lang nicht unter Kontrolle gehabt, bis er die Frage gleichmütig verneinte.   Von den Berliner Kollegen wusste sie schon seit Montag, dass die Botschaftsangestellten laut Aussage des Botschaftsrates Igor   Beknasarov nicht echt gewesen seien. Der einzige Mercedes im Besitz der kleinen diplomatischen Vertretung sei am   Sonntagnachmittag in Frankfurt an der Oder im Einsatz gewesen. Der Botschafter selbst habe sich zur Eröffnung einer wohltätigen   Stiftung fahren lassen; dabei seien auch die einzigen Angestellten im Dienst gewesen, auf welche die übermittelte   Personenbeschreibung ungefähr passen konnte. Die Berliner Kollegen hatten inzwischen die Aufnahmen der Tiefgarage überprüft,   in welcher das Fahrzeug geparkt worden war, und die Aussagen bestätigt. Der Botschaftsrat habe unter dem schockierenden   Eindruck der jüngsten Entwicklungen in seiner Heimat gestanden, sei angesichts der unglaublichen Anschuldigungen im   Zusammenhang mit Gausmanns Verschwinden den Tränen nahe gewesen und habe immer wieder beteuert, nicht das Geringste   mit der Sache zu tun zu haben, aber jede nur erdenkliche Hilfe angeboten, um den Fall aufzuklären.   "Ich habe das unbestimmte Gefühl, dass wir von diesem Beknasarov noch hören werden", meinte Carola Wald-Svendsen   nachdenklich.  "Soll ich mich mal ein wenig im Netz nach ihm umschauen?", erbot sich Siebenkötter begierig.  Sie lächelte: "Ja, wirf mal deine Netze aus! - Auch einen Espresso?"  Er nickte. In diesem Moment klingelte das Mobiltelefon in der Jackentasche der Kommissarin. Sie holte es hervor und schaute   aufs Display.   "Na, was hat denn der Kollege Steinmetz Schönes für uns?"  Sie nahm den Anruf aus Simmern entgegen. Siebenkötter sah, wie ihr Gesicht einen erwartungsvollen Ausdruck bekam.  "Wir sind gleich bei euch!"  Sie legte auf. Unverhohlene Jagdlust lag in ihrem Blick, während sie berichtete: "Eine junge Frau glaubt, dass der unbekannte Tote   vom Kirchberger Friedhof ihr Verlobter sein könnte. Sie hat   eine weite Reise auf sich genommen, um nach ihm zu forschen. Was meinst du wohl, wo sie herkommt?"   Siebenkötter zuckte mit den Schultern und erwiderte fragend ihren Blick.  "Abusistan!", verkündete Carola Wald-Svendsen triumphierend. "Wusst' ich's doch: Dieses Land und sicher auch seine   diplomatische Vertretung werden uns noch beschäftigen! - Lass dir die Rechnung geben. Und den Espresso nehmen wir mit!"  LESEPROBE:: Das "Bistro am Markt" bietet südfranzösische Küche; nicht   unbedingt das, was man in dem kleinen Hunsrückstädtchen   Kirchberg vermutet. Da ist es erst recht nicht gut fürs Geschäft,   wenn sich ein Gast das Leben nimmt. Kurze Zeit später tauchen zwei dubiose Botschaftsangehörige   im Lokal auf, die sich intensiv umsehen. Eine tot geglaubte   Sängerin tritt plötzlich in Erscheinung. Und es gibt das   Urlauberpärchen mit ostdeutschem Akzent, das vermutlich   nicht nur der guten Küche wegen neuerdings Stammgast ist.   Ihr schönes Bistro in den Fängen der Russenmafia? Das hat   gerade noch gefehlt! Wirtin Viola Burowski und Freund   Valentin Korbbinder wollen mehr über die Hintergründe   erfahren. Alle Fäden scheinen in der zentralasiatischen   Republik Abusistan zusammenzulaufen. Dann wird ein vermisster Kaufmann erdrosselt aufgefunden.   Jetzt ist Kriminalkommissarin Carola Wald-Svendsen gefragt.  ISBN: 978-3869110400 Preis: 9,80 €